{"id":4182,"date":"2018-03-22T12:31:11","date_gmt":"2018-03-22T11:31:11","guid":{"rendered":"https:\/\/wfg-kreis-viersen.de\/?p=4182"},"modified":"2022-01-29T16:41:33","modified_gmt":"2022-01-29T15:41:33","slug":"die-revolution-der-arbeitswelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wfg-kreis-viersen.de\/en\/die-revolution-der-arbeitswelt\/","title":{"rendered":"Die Revolution der Arbeitswelt"},"content":{"rendered":"<p>Kreis Viersen. Industrie 4.0, Digitalisierung: Diese Schlagworte griff das Forum Mittelstand im Technologiezentrum Niederrhein in Kempen auf. Dass sie den Nerv der Unternehmer treffen, zeigte die Resonanz: Fast 100 Besucher lie\u00dfen sich \u00fcber Chancen und Risiken informieren.<\/p>\n<p>\u201eWichtig ist, dass wir uns mit dem Thema besch\u00e4ftigen\u201c, sagte Dr. Thomas Jablonski, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Wirtschaftsf\u00f6rderungsgesellschaft (WFG) Kreis Viersen, zur Begr\u00fc\u00dfung. Man<br \/>\nspreche nicht \u00fcber Science Fiction, vieles sei schon Realit\u00e4t; man m\u00fcsse aufpassen, den Anschluss nicht zu verpassen.<\/p>\n<p>Was sich hinter den Schlagworten verbirgt, machte Prof. Wilhelm M\u00fclder von der Hochschule Niederrhein in seinem Impulsvortrag deutlich. 4.0 bedeute etwa die vierte industrielle Revolution \u2013\u00a0nach Dampfmaschine, Flie\u00dfband und Elektronik folge nun das Internet der Dinge: Maschinen werden untereinander vernetzt, sie k\u00f6nnen autonom agieren. M\u00fclder stellte dies anschaulich dar. Etwa am Beispiel eines Autofahrers, der \u00fcber eine Smart Watch mit der virtuellen Welt verbunden ist. Ist der Fahrer m\u00fcde, erh\u00e4lt er frische Luft, eine R\u00fcckenmassage oder laute Musik. Ist er nicht mehr fahrtauglich, sagt das System \u201eStop\u201c.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich ist es in einer \u201esmarten\u201c Fabrik: Der Lkw (ohne Fahrer) kommuniziert mit dem Lager, Roboter ersetzen Routinet\u00e4tigkeiten. \u201e45 Prozent aller T\u00e4tigkeiten sind automatisierbar\u201c, sagt<br \/>\nM\u00fclder. Bereits praktizierte Beispiele: In Japan hebt ein Pflegeroboter den Patienten aus dem Bett, in den USA f\u00e4hrt ein autonomer Traktor \u00fcber den Acker. Weltweit l\u00e4uft der Wettbewerb um die serienm\u00e4\u00dfige Einf\u00fchrung des Autos ohne Fahrer.<\/p>\n<p>Maschinelles Lernen ist an der Tagesordnung, k\u00fcnstliche Intelligenz auf dem Vormarsch. Virtuelle Realit\u00e4t wird \u00fcber einen Minicomputer am K\u00f6rper zum Alltag werden, sagt M\u00fclder. Daten sind in dieser Entwicklung die neuen Ressourcen. \u201eErf\u00e4hrt der Versandhandel so mehr \u00fcber den Kunden, kann er passgenauer liefern und die Zahl der Retouren reduzieren\u201c.<\/p>\n<p>Das Gesch\u00e4ft mit den Daten bringe neue Produkte, Serviceangebote und Dienstleistungen hervor. Dies hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Durch den Wegfall von Fahrern w\u00fcrden Kosten<br \/>\neingespart, mobile Arbeit nimmt zu, das klassische B\u00fcro habe ausgedient, so M\u00fclder. So gebe es in den Niederlanden bereits einen Rechtsanspruch auf Home Office. Der Chef eines chinesischen<br \/>\nKonzerns sagt voraus: \u201eDie Firma der Zukunft hat keine Angestellten mehr.\u201c<\/p>\n<p>Der Wegfall der Arbeitspl\u00e4tze wird als Risiko der Digitalisierung gesehen, auch wenn M\u00fclder die im Raum stehende Zahl von 3,4 Millionen f\u00fcr \u00fcberzogen h\u00e4lt. Schlie\u00dflich w\u00fcrden neue<br \/>\nArbeitspl\u00e4tze entstehen. Risiken sind f\u00fcr M\u00fclder Abh\u00e4ngigkeiten: Man kenne die Algorithmen und Formeln nicht, mit denen Google arbeite, Datenlecks gef\u00e4hrdeten die Sicherheit, ohne Zugang zum Internet ist die Produktion gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Seine klare Botschaft an die Vertreter von kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen lautet dennoch: Chancen nutzen, nicht warten. Das haben Alexander Vennekel und Onno Jongkind bereits getan. Vennekel betreibt eine Werbeagentur in Kempen. Man habe die Prozesse automatisiert, die Kunden bestimmten das Aussehen des Produkts selbst, produziert werde online. Sein Leitmotiv: \u201eWer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.\u201c Mit der Zeit gegangen ist auch Onno Jongkind mit seiner \u00d6lm\u00fchle in Niederkr\u00fcchten. Er hat das alte Handwerk in die moderne Zeit \u00fcberf\u00fchrt. Die gesamten Prozesse seien voll automatisiert, die Hallen meist menschenleer. Die Produktion laufe sieben Tage rund um die Uhr. \u201eDie Wertsch\u00f6pfung steckt in den Maschinen\u201c, sagt Jongkind. Dabei habe man die Zahl der Mitarbeiter erh\u00f6ht. Sie m\u00fcssten nun aber keine S\u00e4cke mehr schleppen, sondern steuerten die Produktion. \u201eSo wird man auch attraktiv f\u00fcr Fachkr\u00e4fte\u201c, sagt Jongkind.<\/p>\n<p>In der von Professor Thomas Merz (Hochschule IST) moderierten Diskussion wurden viele Teilnehmer bereits sehr konkret und fragten nach Umsetzungsm\u00f6glichkeiten. Klarer Tipp von Prof.<br \/>\nM\u00fclder: Unternehmen sollten sich an F\u00f6rderprogrammen wie Digi Pro beteiligen. Das Projekt unterst\u00fctzt mit Mitteln aus EU, den Niederlanden und dem Land NRW Firmen, die sich auf dem<br \/>\nWeg zur Digitalisierung beraten oder schulen lassen. Tipps dazu gibt es bei der WFG.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kreis Viersen. 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