Screenshot „Ausgezeichnet Arbeiten“: Fünf Unternehmen erhalten Qualitätssiegel
Wie sieht eine moderne Personalpolitik aus, die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen unterstützt? Und wie können Unternehmen ihre Arbeitgeberattraktivität stärken? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der ersten Verleihung des Qualitätssiegels „Ausgezeichnet Arbeiten – Kreis Viersen“. Bei der Veranstaltung im Kreis-Forum am Viersener Rathausmarkt zeichneten der Kreis Viersen und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen (WFG) erstmals fünf Unternehmen aus. Unterstützt wird die Initiative vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf Mittlerer Niederrhein (Competentia NRW).
Kreisdirektor Ingo Schabrich betonte die Bedeutung eines erweiterten Verständnisses von Familienfreundlichkeit und einer Personalpolitik, die unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigt: „Es geht heute um einen Gedanken, der weiter reicht als die ‚klassische‘ Familienfreundlichkeit. Wir brauchen eine Personalpolitik, die den Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen in den Blick nimmt. Genau hier setzt unser neues Konzept ‚Ausgezeichnet Arbeiten‘ an.“
Zugleich unterstrich Ingo Schabrich den Anspruch, gute Beispiele aus der regionalen Wirtschaft sichtbar zu machen und den Austausch zwischen Unternehmen zu fördern: „Wir wollen diejenigen Unternehmen auszeichnen, die besonders gute Ideen und Angebote haben. Damit wollen wir dauerhaft sichtbar machen, was sie für ihre Beschäftigten tun und andere Unternehmen zugleich anregen, voneinander zu lernen. Ein Unternehmen, das seine Beschäftigten in unterschiedlichen Lebenssituationen unterstützt, stärkt seine Arbeitgeberattraktivität.“
Attraktive Arbeitsbedingungen und eine wertschätzende Unternehmenskultur sind wichtige Faktoren für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschafts- und Lebensstandorts Kreis Viersen. Mit dem Qualitätssiegel „Ausgezeichnet Arbeiten“ würdigen Kreis und WFG Unternehmen, die bereits gute Rahmenbedingungen für ihre Beschäftigten schaffen.
Die fünf erstmals ausgezeichneten Unternehmen sind: ALDERS electronic GmbH (Kempen), HEMPEL Industrial Maintenance (Willich), Steuerberatung Clemens Rütten (Nettetal), Volksbank Viersen eG (Viersen) und W.K.K. GmbH (Nettetal). Sie hatten sich einem intensiven Zertifizierungsprozess gestellt. Dabei reflektierten sie ihre Unternehmenskultur und ihre Qualitäten als Arbeitgeber, durchliefen ein Audit und stellten sich anschließend der Entscheidung einer Jury. In diesem Prozess „lernt man viel über die eigene Firma“, sagte Maike Netuschil vom W.K.K.-Personalbereich. Für Martin Alders vom gleichnamigen Unternehmen war dies einer der Hauptgründe für die Teilnahme: „Wir wollten für uns selbst herausfinden, wo wir eigentlich stehen.“ In drei Jahren, zur Re-Zertifizierung, werde man bestimmt erneut mitmachen. Der Volksbank-Vorstandsvorsitze Jürgen Cleven betonte: „Das Arbeitsleben verändert sich ständig. Man darf nie aufhören, sich weiterzuentwickeln.“ Das Erreichte sei immer nur ein Zwischenschritt.
Das Programm des Abends bot neben der feierlichen Verleihung Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für eine attraktive Arbeitswelt auszutauschen. Einen fachlichen Impuls gab Sibylle Stippler vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln mit ihrem Vortrag „Besser Arbeiten – jetzt erst recht“. Eine anschließende Podiumsdiskussion vertiefte die Fragestellungen rund um eine zukunftsorientierte Arbeitgeberkultur. Beim Get-together konnten die Gäste Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen.
Nach dem gelungenen Auftakt soll die Initiative fortgesetzt und ausgebaut werden: „Die erste Verleihung des Qualitätssiegels ist für uns ein wichtiger Auftakt. Die ausgezeichneten Unternehmen zeigen, wie vielfältig gute Arbeitgeberkultur aussehen kann und wie wichtig es ist, die Bedürfnisse der Beschäftigten ernst zu nehmen. Uns geht es darum, solche Beispiele sichtbar zu machen und Unternehmen miteinander ins Gespräch zu bringen“, sagt Anke Erhardt, bei der WFG Ansprechpartnerin für die Themen Fachkräfte & Talente. „Wir möchten eine wachsende Gemeinschaft von Unternehmen schaffen, die gute Arbeitsbedingungen aktiv gestalten und ihre Erfahrungen mit anderen teilen.“ Sie könne die Teilnahme nur empfehlen, so Maike Netuschil. „Es ist ein toller Austausch.“
Unternehmen aus dem Kreis Viersen, die sich für eine Teilnahme an der nächsten Zertifizierungsrunde interessieren, können sich bis Ende Januar 2027 dafür anmelden. Die Initiative richtet sich an Unternehmen, die ihre Arbeitgeberkultur weiterentwickeln und ihre guten Ansätze sichtbar machen möchten. Weitere Informationen dazu gibt Anke Erhardt, Tel. 02162 / 8179-116, anke.erhardt@wfg-kreis-viersen.de.
