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WFG Kreis Viersen » Roboter und Co: Modernste Technik im Kuhstall
WFG-Berater Theo Lenzen (l.) besucht täglich Landwirte wie Christoph Tenhaef und tauscht sich dabei auch mit ihnen über aktuelle Entwicklungen aus. Foto: WFGScreenshot

Roboter und Co: Modernste Technik im Kuhstall

An den Melkrobotern herrscht Hochbetrieb. Doch von stressigem Gedränge keine Spur: Brav wartet jede Kuh, bis die Box vor ihr frei ist, und geht dann allein hinein. Nach wenigen Minuten ist das Euter leer, das Tier geht ruhig wieder hinaus. „So läuft das rund um die Uhr bei uns“, sagt Christoph Tenhaef, der in Grefrath Milchwirtschaft mit rund 200 Kühen betreibt – und das auf hochmoderne Weise. Sowohl die Fütterung – durch einen mannshohen, leise durch den Stall surrenden Roboter – als auch das Melken sind automatisiert. Halsbänder mit großen Lampen, die im Bedarfsfall in verschiedenen Farben blinken, sorgen dafür, das gesuchte Tiere rasch identifiziert werden können – etwa wenn der Besuch des Veterinärs ansteht.

Tenhaefs Woutershof im Ortsteil Vinkrath ist kein Einzelfall, sondern ein Beispiel für eine allgemeine Entwicklung: „Der Einsatz von Robotik, künstlicher Intelligenz, Satellitensteuerung und insgesamt höchst differenzierte Automatisierungstechnik ist in der Landwirtschaft insgesamt und natürlich auch im Kreis Viersen eine immer größer werdendes Thema“, sagt Theo Lenzen, der bei der WFG für die Agrar- und Tierzuchtberatung zuständig ist. Zu den Neuerungen gehört auch das Sammeln und Erfassung großer Datenmengen. Diese kommen durch sogenannte Pedometer (also Schrittzähler am Kuhfuß) oder „Boli“ (geschluckte Kapseln, die im Pansen verbleiben). So lassen sich eine Vielzahl an aktuellen Bewegungs- und Vitaldaten ablesen – am Handy oder am Rechner.

„Die notwendige Effizienzsteigerung und der Fachkräftemangel führen dazu, dass die meisten Investitionen in der Landwirtschaft in diese Bereiche gehen. Dabei sprechen wir von zum Teil erheblichen Summen.“ Besonders auffällig derzeit sind laut Lenzen die Anschaffungen von Melkrobotern in der Region. „Sie machen grob geschätzt 90 Prozent der Neuinvestitionen aus“, berichtet Lenzen. Der Woutershof verfügt über drei Anlagen dieser Art. Diese Technik verursache in den Betrieben zwar eine höhere Kostenbelastung pro erzeugtem Liter Milch. Sie sei jedoch zugleich auch sehr tierwohlfreundlich und damit in der Regel auch mit einer Leistungssteigerung der Kühe verbunden. „Früher wurden unsere Kühe morgens und abends gemolken. Heute können sie selbst entscheiden, wann sie das Euter leeren möchten. Das ist ein großer Vorteil und eine Win-win-Situation für Mensch und Tier“, sagt Landwirt Tenhaef.

Berater Theo Lenzen begleitet ihn und die anderen landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis Viersen bei der Transformation. „Wenn es um Automatisierungsschritte geht, liegt meine Aufgabe vor allem im Wissenstransfer und in der Vorstellung neuer praktischer Möglichkeiten im Sinne von Best-Practice-Beispielen.“ Bei der Weiterentwicklung der „züchterischen Werkzeuge“ ist Lenzen zudem Experte für die Datenerfassung und die Andienung datenbasierter Zuchtstrategien in den Milchviehbetrieben.
 
Wie in den meisten Bereichen der Wirtschaft ist die Anwendung neuester Techniken auch in der Landwirtschaft zu einer „notwendigen Selbstverständlichkeit geworden“ – „und im Vergleich zu anderen Branchen sicherlich vorbildhaft, was Investitionsbereitschaft und Technologie-Offenheit angeht“, meint Lenzen. Diese Entwicklung werde sich sicherlich fortsetzen. „Wir Landwirte wollen und müssen uns am Puls der Zeit orientieren. Dabei hilft uns die professionelle Beratung der WFG sehr“, betont Christoph Tenhaef.