Zweites Forum Mittelstand 2026: (v.l.) Dr. Angela Zeithammer (action medeor), Nils Schmidt (DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte), Katharina Klump (Landhotel Voshövel), Moderator Prof. Dr. Olaf Bogdahn, Evelina Wagner (Mars Confectionery Supply GmbH) und Uta Pricken (WFG). Foto: WFG Die Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensrealitäten
Schlagwörter wie Gendergerechtigkeit, Generation Z oder Diversität prägen den gesellschaftlichen Diskurs – und stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Wie kann moderne Führung solche Themen erfolgreich verbinden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des zweiten „Forums Mittelstand“ der WFG in diesem Jahr beim Deutschen Medikamenten-Hilfswerk action medeor e. V
Die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Tönisvorst bekamen zunächst praxisnahe Einblicke durch zwei erfahrene Führungspersönlichkeiten vom Niederrhein: Katharina Klump, Geschäftsführerin des Landhotels Voshövel in Schermbeck, und Evelina Wagner, European Operational Excellence Director bei Mars (Viersen). Ihre konkreten und zugleich sehr persönlichen Ausführungen stießen auf große Resonanz beim Publikum.
Katharina Klump berichtete aus ihrem Familienbetrieb mit 177 Mitarbeitenden aus 16 Nationen und zeigte, wie partizipative Führung im Alltag gelingt. Statt klassischer Hierarchien setzen sie und ihr Bruder auf fachliche Verantwortung in den Abteilungen. Sie verstehen Führung als partnerschaftlichen Austausch. Formate wie informelle, abteilungsübergreifende Treffen fördern Mitsprache und Ideenentwicklung. Initiativen aus und mit der Belegschaft stärken zudem Themen wie Nachhaltigkeit, Werteorientierung und ein positives Arbeitsklima.
Evelina Wagner beleuchtete die Perspektive eines internationalen Konzerns mit allein mehr als 330 Beschäftigten in Viersen. Sie machte deutlich, dass Vielfalt aktiv gestaltet werden muss und nannte auch offen die Herausforderungen: Im Fokus standen unter anderem unbewusste Voreingenommenheit („Bias“) und „unsichtbare“, aber wirkmächtige Privilegien. Wagner betonte die Rolle von Führungskräften als aktive Unterstützer einer inklusiven Unternehmenskultur. Konkrete Maßnahmen wie Schulungen sowie flexible Arbeitsmodelle – auch im Schichtbetrieb – tragen ihrer Aussage nach dazu bei, unterschiedliche Lebensrealitäten zu berücksichtigen.
Auf dem Podium diskutierten auch Nils Schmidt vom DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte sowie Moderator Prof. Dr. Olaf Bogdahn zentrale Entwicklungen in der Arbeitswelt mit dem Publikum. Dabei wurde deutlich: Erwartungen an Führung verändern sich – hin zu mehr Teilhabe, Flexibilität und einem stärkeren Verständnis von Team als Gemeinschaft. Ein besonderer Schwerpunkt in der Diskussion lag auf dem Thema Kommunikation: Wie wichtig sind gute Deutschkenntnisse? Macht es nicht mehr Sinn, in einem internationalen Team auf Englisch zu kommunizieren? Dies waren nur einige der Fragen und Impulse. Wie immer bot die Veranstaltung auch viel Raum für Austausch und Vernetzung im regionalen Mittelstand.
