Unternehmenserfolg durch Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein – Wie Starten?
Am 9. September 2026 haben die WFG, die GWG und das SWK E² der Hochschule Niederrhein im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein in Kempen gezeigt, wie Unternehmen mit der Hochschule zusammenarbeiten können und zwar vom zwölfwöchigen Praktikum hin bis zur kooperativen Promotion. Wie eine solche Zusammenarbeit entsteht und wie man auch bei kleinen Ideen und Fragen zusammen starten kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Viele der Projekte in diesem Tagebuch – die Dämmbox, die Versuche mit Infrarotheizungen, das Messsystem uSens – sind Studienprojekte und Abschlussarbeiten an der Hochschule Niederrhein. Wie so eine Zusammenarbeit zustande kommt, was sie kostet und wer der erste Ansprechpartner ist, habe ich hier bisher nicht beschrieben. Der Informationsabend „Unternehmenserfolg durch Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein“, zu dem WFG Kreis Viersen, GWG Kreis Viersen AG und das SWK E² am 9. September ins TZN Kempen eingeladen hatten, ist ein guter Anlass, das nachzuholen.
Der Einstieg: Studierende arbeiten an Ihrer Fragestellung
Praxisphase, Studienprojekt und Abschlussarbeit bilden den Einstieg. Sie unterscheiden sich in Dauer, Teamgröße und dem Stand, den die Studierenden mitbringen.
| Format | Dauer | Personen | Voraussetzung der Studierenden | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Praxisphase | 12 Wochen, 450 h | 1 | mind. 5 Semester, eine Projektarbeit | Mitarbeit im Betrieb, Kennenlernen |
| Studienprojekt (Bachelor) | 1 Semester, 150–300 h pro Person | 3–6 | mind. 4 Semester | abgegrenzte Aufgabe mit Projektcharakter |
| Studienprojekt (Master) | 1 Semester (Produktion/Logistik bis 3 Semester) | 3–6 | Bachelorabschluss | anspruchsvollere Fragestellung, z. B. Energiewirtschaft, E-Commerce |
| Bachelorarbeit | 8 Wochen, 360 h | 1 | mind. 5 Semester, Praxisphase und Projektarbeit | eigenständige Bearbeitung eines Themas |
| Masterarbeit | 20 Wochen, 810 h | 1 | Bachelorabschluss und 3 Semester Master | vertiefte, eigenständige Untersuchung |
Was Unternehmen dafür tun müssen: eine Fragestellung formulieren, eine Ansprechperson benennen, Zugang zu den nötigen Informationen geben. Die wissenschaftliche Betreuung übernimmt die Hochschule. Für Unternehmen fallen keine Gebühren an; eine angemessene Vergütung der Studierenden ist üblich. Vertrauliche Inhalte lassen sich durch einen Sperrvermerk schützen, dann bleibt die Arbeit unter Verschluss.
Was dabei herauskommt, zeigen die Beispiele aus dem Vortrag – bewusst nicht nur Energiethemen: die Optimierung einer Blechverarbeitung (Bachelor-Studienprojekt), Energieaudits an drei städtischen Kindertagesstätten (Master-Studienprojekt), die Auslegung von Heiz- und Klimatechnik im Sonderfahrzeugbau (Bachelorarbeit), sommerlicher Hitzeschutz durch Gebäudebegrünung (Masterarbeit).
Aus diesem Tagebuch kennen Sie weitere Beispiele. Alle sind in genau diesen Formaten entstanden und alle hängen mit der Frage zusammen, die meine Arbeit für WFG und GWG trägt: Wie lässt sich der Gebäudebestand im Kreis mit vertretbarem Aufwand sanieren?
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- Infrarotheizung als Unterstützung im Hybridsystem – ein Studienprojekt mit der GWG: Kann eine Infrarotheizung eine bestehende Heizung ergänzen? Simulationsmodell, Behaglichkeitstest mit Probanden und Wirtschaftlichkeitsrechnung, dokumentiert in einer ganzen Beitragsreihe.
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- Dämmbox: Prüfstand für kostengünstige Dämmstofftests – ein Studienprojekt: ein tragbarer Prüfstand, mit dem sich Dämmstoffe ohne teures Labor vergleichen lassen.
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- uSens: U-Wert-Messung an der Hauswand – die Masterarbeit, die auf der Dämmbox aufbaut: Statt Dämmstoffe im Kasten zu prüfen, wird der Wärmedurchgang direkt an der bestehenden Wand gemessen.
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- Digitaler Zwilling des TZN und Regenwassernutzung am TZN – Abschlussarbeit und Studienprojekte am Gebäude der WFG selbst: erst ein Rechenmodell des Wärmebedarfs, dann die Frage, ob sich ein Regenwasserspeicher lohnt.
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- Was ist Urban Building Energy Modelling? – der Rahmen, in dem diese Einzelprojekte zusammenlaufen: die Modellierung des gesamten Gebäudebestands, das Thema der Promotionsstelle.
Ein Nebeneffekt, der am Abend mehrfach genannt wurde: Unternehmen lernen Studierende früh kennen. Lucas Pfaff, der kurzfristig für Kristin Batke eingesprungen ist, hat das aus eigener Erfahrung berichtet – er war einer der drei Masterstudenten im Regenwasser-Projekt am TZN. Betont hat er hier das es wichtig ist das Studenten wahrgenommen werden und Unterstützung erhält wenn man z.B. auf Anfrage für das Bearbeitet Projekt direkt Rückantworten und Daten erhält.
Der nächste Schritt für Komplexere Themen: Forschung im Auftrag oder im Verbund
Wenn die Fragestellung über ein Semester hinausgeht, gibt es zwei Wege. Der Forschungs- und Entwicklungsvertrag: Das Unternehmen beauftragt die Hochschule direkt, auf Basis eines Standardvertrags mit definierten Arbeitspaketen. Das eignet sich für kleinere Projekte, die sich in Wochen bis Monaten bearbeiten lassen, und ist oft der Vorläufer für ein größeres Vorhaben.
Das geförderte Verbundprojekt: Hochschule und Unternehmen beantragen gemeinsam öffentliche Fördermittel, meist zweistufig – erst eine Projektskizze, dann der Vollantrag. Die Volumen können über einer Million Euro liegen, pro Partner sind mindestens 100.000 Euro üblich, und man sollte mindestens ein Jahr Vorlauf einplanen. Laufende Beispiele am SWK E² sind H2Tex (Wasserstoff als Brennstoff in der Textilveredelung), EnPark Herzogenrath (CO₂-neutrale Energieversorgung bis 2030) und GREATER (Energie-Schulungen für Ruanda).
Für diese Stufe hilft Erfahrung aus den kleineren Formaten: Beide Seiten wissen dann, wie die andere arbeitet, was ein realistischer Zeitplan ist und wem man was zutrauen kann. Wer mit einem Studienprojekt anfängt, baut genau das auf.
Der lange Weg: Zusammenarbeit am Beispiel WFG, GWG und Hochschule
Die Zusammenarbeit, aus der dieses Tagebuch entstanden ist, hat 2023 mit einem Studienprojekt begonnen: Eine Gruppe von Prof. Schettel hat einen digitalen Zwilling des TZN-Gebäudes erstellt, ein Rechenmodell des Baujahrs 1995, mit dem sich Sanierungsmaßnahmen durchspielen lassen. Daraus wurde eine Masterarbeit zur klimaneutralen Wärmeversorgung des TZN, dann ein Studienprojekt zur Regenwassernutzung.
Parallel haben WFG Viersen und GWG Viersen entschieden, das Thema Gebäudebestand grundsätzlicher anzugehen: Seit 2024 unterstützen beide gemeinsam eine Promotionsstelle am SWK E² – ohne Ergebnisvorgaben, dafür mit Zugang zu Gebäuden, Daten und Kontakten im Kreis. Die Promotion läuft über das Promotionskolleg NRW, das seit 2022 ein eigenes Promotionsrecht hat. Die Projekte aus diesem Tagebuch sind seither um diese Stelle herum entstanden, jedes mit einer konkreten Frage aus der Praxis, die meisten mit einem Folgeprojekt.
Das Modell lässt sich übertragen: Ein Unternehmen oder ein Verbund mehrerer Unternehmen kann eine Fragestellung, die mehrere Jahre trägt, als kooperative Promotion an der Hochschule ansiedeln.
Mehr Informationen kurz zussamengefasst:
Die drei Poster, die am Abend ausgestellt waren, fassen die Formate und die Institute des Fachbereichs Wirtschaftsingenieurwesen zusammen. Zum Vergrößern anklicken; die PDF-Fassungen sind unter den Bildern verlinkt.
So nehmen Sie Kontakt auf
Der Weg ist bei allen Formaten derselbe: Sie schildern Ihre Fragestellung oder Projektidee, die Hochschule prüft, welches Format und welches Institut passen, und stellt den Kontakt zur betreuenden Professorin oder zum Professor her. Für ein Studienprojekt oder eine Abschlussarbeit sollten Sie einige Monate Vorlauf einplanen, weil die Themen zu Semesterbeginn vergeben werden.
Sie haben noch keine Idee oder sind sich unsicher? Kein Problem!
Auch in diesem Fall nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf. Je nach Themenbereich klären wir intern, wer am besten geeignet ist, und führen in einem ersten Termin einen einfachen Austausch oder ein Brainstorming durch.
Hauptkontatt des FB09
Alexandra Ebel, M. A., Ansprechpartnerin für Unternehmen
+49 (0)2151 822-6637 · alexandra.ebel@hs-niederrhein.de
Reinarzstr. 49, 47805 Krefeld, Raum J 112
hs-niederrhein.de/wirtschaftsingenieurwesen/unternehmen
Energie- und Gebäudethemen – SWK E² Institut für Energietechnik und Energiemanagement:
Prof. Dr.-Ing. Joachim Schettel · +49 (0)2151 822-6674 · joachim.schettel@hs-niederrhein.de
Thomas Leidenbach · +49 (0)2151 822-6609 · thomas.leidenbach@hs-niederrhein.de
Fazit
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- Wenn Sie eine abgegrenzte Frage haben, die sich in einem Semester bearbeiten lässt, ist ein Studienprojekt der Einstieg mit dem geringsten Aufwand: eine Aufgabenstellung, eine Ansprechperson, keine Gebühren.
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- Wenn Sie Nachwuchskräfte kennenlernen wollen, sind Praxisphase und Abschlussarbeit der direktere Weg – die Studierenden arbeiten über Wochen bei Ihnen im Betrieb. So lernen beide Seiten sich direkt Intensive kennen.
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- Wenn die Frage länger trägt als ein Semester, führt der Weg über einen F&E-Vertrag zum Verbundprojekt.
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- Wenn Sie schon einmal mit der Hochschule gearbeitet haben, ist das zweite Projekt einfacher als das erste.
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- Der erste Schritt ist in jedem Fall derselbe: Offen sein zu Kommunikation und erst einmal Kontakt aufnehmen!



